Serientagebuch: 13 Reasons Why – Kassette 3, Seite A

Die Serie fühlt sich wirklich komisch an. In vielen Teilen wirkt sie wie eine Sitcom mit typischen Comedy-Einlagen, an anderer Stelle treten die ernsten Momente hervor und wieder an anderer Stelle steht die Thriller-Handlung im Vordergrund. Ein sehr gewöhnungsbedürftiges und komisches Gebräu, insbesondere mit dem thematischen Hintergrund des Suizids. Letztendlich unterhält es aber und macht Spaß.

Folge 5, noch nicht einmal die Hälfte der Serie und es ist bereits so viel passiert. So viel ist auf Hannah eingeprasselt, so viel musste sie schon ertragen, was soll da denn noch alles kommen? Man merkt, dass sich die Serie die Zeit nimmt jedes Versatzstück ausführlich darzustellen, aber der übergeordneten Handlung nimmt das in Teilen definitiv das Tempo raus. Über die offensichtlich sehr konstruierte Geschichte und einem Tony, der überall zu sein scheint, rede ich an dieser Stelle gar nicht mehr. Clay wird aber zunehmend aktiv und setzt sich mit den Protagonisten der Tapes auseinander. Wenn er nun jetzt schon derart aktiv wird, frage ich mich, was mich erwarten wird, wenn er erstmal sein eigenes Tape hört? Was wird da auf uns zukommen? Zumindest werden die Konflikte innerhalb der Gruppe verstärkt betont. Sie üben auf Clay Druck aus, sie haben Angst, gleichzeitig sind sie aber nicht geschlossen und Tyler bleibt weiterhin außen vor. Ist er eine tickende Zeitbombe? Die Ballszene mit Hannah und Clay war natürlich sehr schön, wären da nicht die etwas unschönen Verstrickungen mit Courtney. Gegen Ende werden dann noch Verbindungen von Clays Eltern offen gelegt, die die Anwälte der Schule gegen die Hannahs Eltern finanzieren wollen. Mir gefällt, dass die Serie so im Ton springt. Anderen Filmen und Serien würde man das ankreiden, dass sie sich nicht entscheiden können, aber 13 Reasons Why schafft es, dass ich bei den Comedy-Einlagen lache, bei den Thriller-Elementen gespannt bin und bei den traurigen Momenten emotional werde. Zumindest fühlt man sich irgendwie involviert.

Dennoch war die Folge insgesamt wieder eher schleppend. Die Handlung an sich entwickelt sich nur langsam und man erfährt nicht genug. Habe leider das Gefühl, dass das vielleicht erstmal so weitergehen könnte. Teilweise macht die Serie als Highschool-Sitcom richtig Spaß, wenn dann nicht das Suizid-Thema wie ein Damoklesschwert über der Szenerie schwebt. Vielleicht ist aber gerade das die Prämisse? Den Alltag möglichst ungeschönt, realistisch und auch amüsant zu zeigen, um Kontraste aufzubauen und einen dann am Ende richtig in die Magengrube zu hauen. Ich bin definitiv gespannt wie es weitergeht.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*